Nationalmannschaft zu Gast im Emsland: U23-Gehörlosen-Team bereitet sich im Sportcampus auf die WM vor
Trainerteam mit Emsländer Fußballvergangenheit – Lehrgang unter Leitung von Georg Schnieders im neuen Sportcampus
Sögel – Besondere Gäste auf dem Sportcampus Emsland: Die U23-Gehörlosen-Nationalmannschaft des Deutschen Gehörlosen-Sportverbands hat Anfang März ein Trainingslager in Sögel absolviert und sich dort auf die kommenden internationalen Aufgaben vorbereitet. Vom 5. bis 8. März nutzte das Team die modernen Trainingsmöglichkeiten des neuen Sportcampus für intensive Einheiten auf und neben dem Platz.
Geleitet wurde der Lehrgang von Bundestrainer Georg Schnieders, der eine enge Verbindung zum Emsland hat. In seiner aktiven Fußballzeit spielte er unter anderem für die Sportfreunde Schwefingen und dem SV Meppen. Damit kehrte er für den Lehrgang in eine Region zurück, die ihn sportlich und menschlich geprägt hat.
Das Team zeigte sich von den Bedingungen vor Ort begeistert. Besonders die kurzen Wege und die moderne Infrastruktur überzeugten die Nationalspieler und das Trainerteam. „Die Räumlichkeiten sind super gestaltet und praktisch den Fußballplatz direkt nebendran zu haben. Es ist perfekt für unsere Zwecke“, lautete das Fazit aus dem Trainerteam. Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Verantwortlichen im Sportcampus wurden von der Mannschaft ausdrücklich hervorgehoben.
Der Lehrgang bot ein abwechslungsreiches Programm: Neben klassischen Fußballtrainingseinheiten standen auch Athletiktraining sowie Team- und Taktikbesprechungen auf dem Plan. Ein Höhepunkt war ein Testspiel gegen den Bezirksligisten SV Molbergen. Beim Spiel war unter anderem auch der ehemalige Profi des SV Meppen, Holger Wehlage, als Trainer der ersten Herrenmannschaft der Gehörlosen-Fußballer vor Ort.
Grundsätzlich unterscheidet sich der Fußball im Gehörlosensport kaum vom klassischen Fußball. Dennoch gibt es einige Besonderheiten: Schiedsrichter nutzen zusätzlich Fahnen für visuelle Signale, damit Entscheidungen für die Spieler besser wahrnehmbar sind. Die Kommunikation im Team erfolgt häufig über Gebärdensprache – unterstützt durch die Co-Trainer, die bei der Verständigung eine wichtige Rolle übernehmen.
Viele der Nationalspieler sind im Alltag in sogenannten „hörenden Vereinen“ aktiv und spielen dort meist ohne Hörhilfen oder müssen diese abdecken. Umso wichtiger sind gemeinsame Lehrgänge wie dieser, bei denen die Spieler unter gleichen Voraussetzungen trainieren und sich austauschen können.
Neben der sportlichen Arbeit zeichnet sich das Team durch einen besonderen Zusammenhalt aus. „Die Nähe unter den Spielern ist eine andere. Wenn ein Sinn fehlt oder beeinträchtigt ist, wird vieles über andere Wege ausgeglichen. Man liegt sich öfter in den Armen – diese Herzlichkeit spiegelt sich auch auf dem Platz wider“, beschreibt das Trainerteam die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft.
Der Blick richtet sich nun bereits auf den nächsten großen Höhepunkt: Vom 11. bis 23. Mai findet die U23-Weltmeisterschaft in Serbien statt. Dort trifft die deutsche Auswahl unter anderem auf Mannschaften aus Japan, Kenia, Liberia, Großbritannien, Polen und der Ukraine.
Die Vorgabe des Verbandes ist eine Platzierung unter den besten vier Teams. „Da träumt man natürlich von mehr“, heißt es aus dem Trainerteam mit Blick auf das Turnier.
Der Lehrgang im Sportcampus Emsland bildete dafür einen wichtigen Baustein in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft.
Interview mit Georg Schnieders






