15.05.2024 - Kreissportbund Emsland

Olympia 2024: Paris-Traum endet für Sportler aus dem Emsland

„Möchte es einfach nur abhaken“

Ein Eisen weniger im olympischen Feuer: Ein Sportler aus dem Emsland muss seine Hoffnung auf Olympia 2024 in Paris begraben.

Einige Sportlerinnen aus dem Emsland hoffen noch auf Paris 2024. Müssen sich in den nächsten Wochen noch beweisen oder die Nominierung abwarten. Bogenschütze Mathias Kramer aus Herßum (Samtgemeinde Herzlake) dagegen wird definitiv nicht als Teilnehmer zu den Olympischen Spielen (26. Juli bis zum 11. August) fahren.

Die Europameisterschaft in Essen brachte dem 20-Jährigen, der beim BSC Werlte mit dem Bogenschießen begann, nicht das erhoffte Ergebnis. „Paris 24 ist jetzt für mich Geschichte“, berichtet Kramer. Sein Weg zu Olympia sei zu Ende.

Achtelfinal-Aus für deutsches Team bei Bogen-EM in Essen
Was war passiert? Das deutsche Männerteam hatte am vergangenen Wochenende bei der EM in Essen das große Ziel, den Team-Quotenplatz für Olympia zu gewinnen. EM-Neuling Kramer schoss an der Seite des erfahrenen Florian Unruh und von Moritz Wieser. Um sich das Ticket zu sichern, wäre der EM-Titel notwendig gewesen.

Doch für das deutsche Team kam das Aus bereits im Achtelfinale gegen die Kroaten. Mit 3:5 (55:56, 56:55, 53:53, 53:54) unterlagen Kramer und Co. „Das Match war nicht klar, beide Teams haben sich Fehler erlaubt“, bilanzierte Unruh. „Wir hatten leider ein wenig Fehlentscheidungen auf unserer Seite.“ Am Ende sicherte sich Italien in Essen den Quotenplatz.

Letzte Olympiachance in Antalya ohne Mathias Kramer
Eine Möglichkeit bleibt den deutschen Bogenschützen nun noch, sich den Traum von Olympia in Paris zu erfüllen - bei einem Qualifikationswettbewerb im türkischen Antalya (16. und 17. Juni). Kramer wird allerdings nicht dabei sein „Ich werde nicht mit nach Antalya kommen - zur letzten Chance“, klärt er auf. Warum der gelernte Industriemechaniker nicht in der Türkei zum Team gehören wird, will er nicht verraten. „Ich möchte es einfach nur abhaken.“

Kramer hatte im Vorfeld der EM bereits betont, dass er sich beweisen müsse, gut abschneiden und darauf hoffen, dass ihn der Trainer mitnehme. Das Team könne nach der EM noch einmal durchgetauscht werden, selbst wenn es den Quotenplatz schaffen würde.

Im Einzel musste Kramer bei der EM früh die Segel streichen. Im 1/24-Finale verlor er mit 2:6 gegen Briten Alex Wise, nachdem er zuvor in der 1. Runde gegen den Rumänen Tamas Moreh mit 6:0 gewonnen hatte. Wieser und Unruh schieden jeweils in der 3. Runde aus.

Mathias Kramer ist seit April 2023 Sportsoldat
Kramer hätte sich nicht erträumen lassen, als er mit acht Jahren das erste Mal einen Bogen in die Hand nahm, dass es eines Tages die Möglichkeit gibt, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. „Es war nie mein Ziel, Leistungssport zu machen. Das ist plötzlich in mein Leben gekommen“, sagt er. Bogenschießen bezeichnet er als seine Leidenschaft. „Das hat mir auf Anhieb ziemlich viel Spaß gemacht. Es ist cool, sein Hobby zum Beruf zu machen.“ Seit dem 1. April 2023 absolviert er als Sportsoldat seinen Dienst bei der Bundeswehr. Dort kann er seinen Fokus noch mehr auf seine sportliche Karriere legen als ohnehin schon.

Hermann Nortmann Heimtrainer von Mathias Kramer
Sein Trainer zu Hause ist der Werlter Hermann Nortmann, vierfacher Teilnehmer und sechsfacher Sieger bei Paralympischen Spielen. „Er sagt immer, dass ich mir die Ziele hoch genug setzen soll. Und das hat bisher auch immer ganz gut geklappt.

Während Mathias Kramer nicht an den Spielen in Paris teilnehmen wird, dürfen Vielseitigkeitsreiterin Julia Krajewski und Volleyballerin Lina Alsmeier noch auf einen Start hoffen. Zwei Fußballerinnen, die früher beim SV Meppen gespielt haben, haben ebenfalls noch Chancen: Vivien Endemann (geboren in Lohne/Oldenburg) und Elisa Senß (Oldenburg) haben sich mit der Nationalmannschaft qualifiziert und gehörten bei den jüngsten Länderspielen zum Aufgebot. Trainer Horst Hrubesch hat seinen Kader für Paris noch nicht nominiert.

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