12.03.2018 - Kreissportbund Emsland

Im April startet Ligabetrieb für Inklusionsfußballmannschaften

Sögel. Hermann Wilkens beschwor den besonderen Moment: „Heute passiert hier Sportgeschichte“, kündigte der KSB-Vizepräsident Sportentwicklung an. Ab April sollen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einem Ligabetrieb Fußball spielen.

Die zweigleisige Indus Emslandliga wurde im Haus des Sports in Sögel offiziell aus der Taufe gehoben. Indus lautet die Abkürzung für Inklusion durch Sport im Emsland. Die Patenschaft für die Liga übernehmen Martin Wagner und Thilo Leugers vom Fußball-Drittligisten SV Meppen, der ebenfalls ein Team stellen wird.
„Ihr setzt mit der Indusliga einen neuen Akzent“, lobte Karl Finke, Präsident des Behindertensportverbandes Niedersachsen, in seinem Grußwort die Verantwortlichen. Es sei wichtig, niemanden auszugrenzen, ergänzte er. Erster Kreisrat Martin Gerenkamp erinnerte an die Tafeln, die vom Land Niedersachsen und Landkreis Emsland an den Straßen aufgestellt worden. Darauf heiße es „Immer eine gute Idee“ beziehungsweise „Willkommen bei den Machern“, half er den Gästen auf die Sprünge. „Beide Tafeln treffen in besonderem Maße auf dieses Projekt zu“, so Gerenkamp. Er zitierte den Spruch von Winston Churchill: „Keine Stunde, die wir mit Sport verbringen, ist verloren“. Mit der Indusliga werde es etwas geben, worauf man stolz sein könne.
Von einem Leuchtturmprojekt sprach Frank Schmidt, im NFV im Ausschuss für gesellschaftliche Verantwortung tätig. Seit 2008 gebe es zwar landesweit schon eine Behinderten-Fußball-Liga (BFLN), aber eine Liga mit inklusiven Teams sei komplett neu. Schmidt: „Das ist kein selbstverständliches Angebot. Wir versprechen uns davon eine absolute Vorreiterrolle.“
Ebenso begeistert zeigte sich der emsländische Fußballkreisvorsitzende Hubert Börger von der Idee. „Als ich davon gehört habe, habe ich sofort zugesetzt. Eine ganz, ganz tolle Geschichte und für uns eine ganz große Ehre“, betonte Börger.
Sieben emsländische Vereine werden sich von April bis September mit insgesamt zehn Kinder- und Jugendmannschaften am Ligabetrieb beteiligen: SV Olympia Laxten (Team nennt sich Lucky Löwen), SC Blau-Weiß Papenburg (Blau-Weiß Kickers), Sportfreunde Schwefingen, TuS Haren, SV Meppen, ASV Altenlingen (Altenlingen Allstars) und JFV Haselünne (Lünnis Soccer Team).
Vor einem Jahr hatte es einen ersten Austausch mit den Trainern und Betreuern der Fußballmannschaften gegeben. Im Juni 2017 gingen Plagge und Co. auf den NFV-Kreis Emsland zu, zwei Monate später auf den Landesverband.
Das Projekt Indus wurde im September 2013 ins Leben gerufen. Beteiligt sind die drei großen emsländischen Einrichtungen der Behindertenhilfe – das Christophorus-Werk in Lingen, das St.-Lukas-Heim in Papenburg und das St.-Vitus-Werk in Meppen. Ziel ist es, die Integration von Menschen mit Behinderung in die örtlichen Vereine, Verbände und sozialen Netzwerke in den Bereichen Sport und Freizeitgestaltung zu gewährleisten. Finanziell beteiligt sind der Landkreis Emsland, die Städte Lingen, Meppen und Papenburg sowie die Sporthilfe Emsland und die Lotto-Sportstiftung.
Mittlerweile betreiben knapp 70 emsländische Sportvereine ein inklusives Sportangebot. Für die Vereine aus dem Altkreis Lingen war Inklusion bereits vorher ein Thema. Gab es dort doch die Initiative „LinaS – Lingen integriert natürlich alle Sportler“.

Bericht von EV1.TV : Link

Bericht von NDR-Niedersachsen: Link

Der ev1.tv Sport-Talk - InduS Emslandliga

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